Die Vorgangsanzahl ist eine Berechnungshilfe, die angibt, aus wie vielen Einheiten sich die Menge einer Position zusammensetzen kann.
Sie erlaubt es, eine Position über die Anzahl von Einheiten zu erfassen und darzustellen, statt über die reine Menge. Menge und Anzahl werden dabei automatisch ineinander umgerechnet.
Menge und Vorgangsanzahl sind über die Mengenermittlungsfaktoren verknüpft: Die Menge ist das Produkt aus der Anzahl und den gefüllten Faktoren 1 bis 3. Gibt der Anwender die Anzahl vor, ergibt sich daraus die Menge; gibt er die Menge vor, wird die Anzahl zurückgerechnet. Diese Umrechnung findet nur statt, wenn am Artikel mindestens einer der drei Mengenermittlungsfaktoren gesetzt ist. Die Verpackungsangaben des Artikels (Menge je Verpackungs-, Gebinde- oder Paletteneinheit) sind keine Mengenermittlungsfaktoren und werden hier nicht herangezogen.
Beispiel: Ein Bodenbelag wird in Rollen zu je 4 m Länge geliefert (Mengenermittlungsfaktor 1 = 4). Erfasst der Anwender die Vorgangsanzahl 3 (also 3 Rollen), errechnet das Programm die Menge 12 m. Umgekehrt wird zu einer Menge von 12 m die Anzahl 3 ausgewiesen. So kann in Rollen, Platten oder Gebinden erfasst werden, während Lagerführung und Berechnung in der Grundmengeneinheit erfolgen.
Folgende Einstellungen steuern die Vorgangsanzahl:
Mengenermittlung(Firmenparameter): schaltet die Mengenermittlung ein und legt fest, ob die Menge aus der Anzahl gebildet wird oder umgekehrt und ob sich die Anzahl auf die interne oder die externe Mengeneinheit bezieht.
Einheit Vorgangsanzahl(Artikel): auf welche Verpackungsstufe sich die Anzahl bezieht (Verpackungs-, Gebinde- oder Paletteneinheit). Diese Angabe wirkt nur auf die Kolli-Ermittlung für Gewicht und Volumen. Sie erzeugt keinen Mengenermittlungsfaktor und schaltet die Erfassung der Anzahl nicht frei.
Verpackungseinheitssteuerung(Artikel): steuert, ob die Anzahl bei der Erfassung als Vielfaches der Verpackungseinheit geführt und geprüft wird. Erst bei der Einstellung "VP in Vorgangsanzahl" springt der Cursor nach der Verpackungsprüfung in das Feld Anzahl.
Mengenermittlungsfaktor 1, Faktor 2 und Faktor 3(Artikel): die Faktoren, deren Produkt Menge und Anzahl verbindet (z. B. Breite, Länge, Höhe).
Nicht verwechseln: Die Einheit Vorgangsanzahl bestimmt nur, auf welche Verpackungsstufe sich die Anzahl bezieht, und wirkt allein auf die Kolli-Ermittlung. Ob die Anzahl bei der Erfassung als Vielfaches der Verpackungseinheit geführt wird, steuert dagegen die Verpackungseinheitssteuerung. Die Umrechnung zwischen Menge und Anzahl hängt ausschließlich an den Mengenermittlungsfaktoren. Ein Artikel kann also eine Einheit für die Vorgangsanzahl und eine Menge je Verpackungseinheit hinterlegt haben und trotzdem keine Umrechnung erhalten, solange kein Mengenermittlungsfaktor gesetzt ist.
Verhalten bei der Erfassung
Die Anzahl wird bei der Positionserfassung nur unter bestimmten Voraussetzungen mit 1 vorbelegt: wenn der erste Mengenermittlungsfaktor des Artikels gefüllt ist und die Mengenermittlung auf 1 oder 2 steht. Bei den Einstellungen 3 und 4 gibt der Anwender die Anzahl selbst vor.
Führt der Artikel selbst keine Mengenermittlungsfaktoren, kann in der Auftragserfassung automatisch ein Faktor über Verpackungs-/Gebindeeinheit oder Prüfmengen gebildet werden. Ob die Anzahl dann mit 1 vorgeschlagen wird, steuert der Programmparameter Vorschlag Positionsanzahl in den Parametern zur Auftragserfassung (pp102).
Wird die Anzahl oder einer der Faktoren erfasst oder geändert, berechnet das Programm die Bestellmenge neu (Menge = Anzahl mal Faktor).
Wird umgekehrt die Menge geändert, wird die Anzahl nur zurückgerechnet, wenn bereits eine Anzahl vorhanden ist und die Anzahl im selben Schritt nicht selbst eingegeben wurde. Eine leere Anzahl bleibt leer.
Bei den Mengenermittlungs-Einstellungen 3 und 4 findet die Umrechnung nur statt, wenn eine Anzahl vorgegeben ist.
Ohne Mengenermittlungsfaktor findet keine Umrechnung statt. Die Position wird dann über die Menge erfasst, und der Cursor bleibt im Mengenfeld.
Auswirkung auf Gewicht und Volumen (gewvol): Die Vorgangsanzahl beeinflusst nur die ermittelte Anzahl der Kolli bzw. der Verpackungs-, Gebinde- und Paletteneinheiten, und auch das nur, wenn eine Anzahl-Einheit geführt wird. Gewicht, Volumen und Tara werden dagegen aus der Menge berechnet und sind von der Anzahl unabhängig. Liefert die Anzahl keine Kolli, werden diese aus der Menge zerlegt.