Ein größerer Teil der SOG-Kunden muss saisonbedingt bereits frühzeitig kommissionieren und diese Ware wieder einlagern, da die tatsächliche Auslieferung zum Saisonhöhepunkt erfolgen muss. Zum Zeitpunkt der Auslieferung kann aber aus Kapazitätsgründen nicht alles kommissioniert werden.
Die Programme sind mit der eigenen Lizenz (lvs-zwischenlagerung) in den Standard-Leistungsumfang der SOG WMS-Software integriert.
Es gibt eine Unterteilung in zwei Schritte:
Zwischenlagerung Eingang
Zwischenlagerung Ausgang
Mit einem Packzettel wird Ware normal kommissioniert und die Positionen haben den Status 3 „ausgelagert“. Die komplette Kommissionierung soll aber nicht sofort versendet werden.
Die Entscheidung für eine zeitlich vorgelagerte Kommissionierung erfolgt nicht automatisch, weil es zu viele Faktoren gibt, die eine Freigabe beeinflussen können. Packzettel hierfür werden MANUELL freigegeben bzw. nachträglich im Leitstand w011 - Leitstand Warenausgang (lvsleitwa) entsprechend gekennzeichnet.
Für die zwischenzulagernde Kommission erfolgt eine Einlagerungsplanung und die Ware wird auf freie Lagerplätze abgestellt, aber nicht „richtig“ gebucht.
Wenn die Auslieferung erfolgen soll, muss in einem zweiten Schritt die Zwischenlagerung beendet und eine Bereitstellung im Warenausgang erfolgen.
Konsequenz ist eine Differenz zwischen Effektivbestand, weil dieser mit der Auslagerung (Positionsstatus = 3) reduziert wird, und dem Buchbestand, weil dieser erst mit der Rechnung reduziert wird. Die zwischengelagerten Kommissionen sind wie offene Lieferscheine (Positionsstatus = 4) offen und müssen am Monatsende entsprechend berücksichtigt werden.
Ein Packzettel muss als "Zwischenlagerung" gekennzeichnet werden um die entsprechenden Schritte und Abläufe benutzen zu können. Die Kennzeichnung kann bereits im Vorgang (p102 - Auftragsbearbeitung (aufbea)) erfolgen. Der oder die aus dem Vorgang entstandenen Packzettel übernehmen das Kennzeichen aus dem Vorgang.
Damit kann auch ein entsprechender Hinweis auf dem gedrucken Packzettel erfolgten (sofern noch genutzt).
Die Parametrisierung erfolgt über das w001 - LVS Einstellungen (lvspar) "Zwischenlagerung"
Markierung eines Packzettels für die Zwischenlagerung durch die Funktion im Leitstand w015 - Leitstand Warenausgang (lvsleitstwa) "Zwischenlagerung einschalten/ausschalten".
Zur Verfolgung der Zustandes eines Packzettels Zwischenlagerung sind drei Informationen am Packzettel vorhanden:
ZLK Herkunft, ZLK Kennzeichen und ZLK Status.
Die ZLK Informationen ändern Ihre Zustände wie folgt.
Funktion im w015 - Leitstand Warenausgang (lvsleitstwa) "Zwischenlagerung einschalten/ausschalten" -> einschalten
ZLK Herkunft = Änderung Anwender (1)
ZLK Status = Zwischenlagerung Eingang vorgesehen (1)
ZLK Kennzeichen = Zwischenlagerung gewünscht, nachträgliche Änderung (2)
Funktion im w015 - Leitstand Warenausgang (lvsleitstwa) "Zwischenlagerung einschalten/ausschalten" -> ausschalten
ZLK Herkunft = Änderung Anwender (1)
ZLK Status = Initialwert (0)
ZLK Kennzeichen = Keine Zwischenlagerung, nachträgliche Änderung (8)
Mit Start und am Ende der Kommissionierung wird der Mitarbeiter durch einen Hinweis über die Zwischenlagerung informiert. Der Mitarbeiter weiss damit, das die Ware nicht in Richtung Versand geht, sondern wieder in das Lager. Der virtuelle Ziellagerplatz ist ein dementsprechend anderer als der in Richtung Versand.
Nach der Kommissionierung erfolgt die Wieder Einlagerung durch das Programm w352 - Zwischenlagerung Eingang (lvszle) (Es findet hier keine Umbuchung der Ware statt, die Ware ist durch die Kommissionierung ausgelagert und verbleibt in diesem Zustand bis zum Versand).
Die ZLK Informationen ändern Ihre Zustände wie folgt.
ZLK Status Transportmittel = Zwischenlagerung Eingang erledigt (2)
EinlagerungsSperre des Lagerplatz setzen
Wenn alle Transportmititel des Packzettels auf Lagerplätzen angemeldet wurden:
ZLK Status = Zwischenlagerung Eingang erledigt (2)
Um die Ware/Transportmittel wieder in Richtung Versand bringen zu können, muss im w015 - Leitstand Warenausgang (lvsleitstwa) die Funktion "Zwischenlagerung Ausgang planen" benutzt werden.
Die ZLK Informationen ändern Ihre Zustände wie folgt.
ZLK Status = Zwischenlagerung Ausgang freigegeben (3)
ZLK Status Transportmittel = Zwischenlagerung Ausgang freigegeben (3)
Alternativ kann die Funktion w015 - Leitstand Warenausgang (lvsleitstwa) "Zwischenlagerung Druck Planung" benutzt werden. Hier wird zusätzlich noch ein Dokument gedruckt.
Die ZLK Informationen ändern Ihre Zustände wie folgt.
ZLK Status = Zwischenlagerung Ausgang freigegeben (4)
ZLK Status Transportmittel = Zwischenlagerung Ausgang freigegeben (4)
Mit dem Programm w351 - Zwischenlagerung Ausgang (lvszla) wird die Ware/Transportmittel dann zum Zeitpunkt des Versandes von den Lagerplätzen geholt und zum Versand gebracht, wo sie dann versendet wird.
Die ZLK Informationen ändern Ihre Zustände wie folgt.
ZLK Kennzeichen = Zwischenlagerung gewünscht, Ausgang nicht automatisch (3)
ZLK Status Transportmittel = Zwischenlagerung Ausgang erledigt (5)
EinlagerungsSperre des Lagerplatzes wird aufgehoben.
Wenn alle Transpormittel des Packzettels von den Lagerplätzen entnommen wurden:
ZLK Status = Zwischenlagerung Ausgang erledigt (5)
Jetzt kann der Versand mittels p382 - Versandsteuerung (versstrg) erfolgen.
Umlagerungen von zwischengelagerten Transportmitteln
Zwischengelagerte Transportmittel können über die w300 - Ungeplante Umlagerung (lvsumlu) umgelagert werden. Hierbei können Transportmittel umgelagert werden, deren Zwischenlagerungs Einlagerung abgeschlossen wurde (ZLK Status = 2 ) und die noch nicht ausgelagert wurden (ZLK Status = 5).
Der Mitarbeiter scannt in diesem Falle den Lagerplatz und anschließend das zwischengelagerte Transportmittel.
Hierbei wird das Transportmittel auf den Mitarbeiterstellplatz gebucht und kann im Anschluss auf einen neuen Zielplatz umgelagert werden.
Informationen über zwischengelagerte Transportmittel
w500 - Infosystem (lvsinfo)
Ein Mitarbeiter im Lager kann über mehrere Wege Informationen über zwischengelagerte Transportmittel erfahren.
Über das w500 kann der Mitarbeiter durch Eingabe des Lagerplatzes und die dortige Funktion "Zwischenlagerungen" eine Liste aller zwischengelagerten Transportmittel auf dem entsprechenden Lagerplatz erhalten.
Ferner kann im W500 durch Eingabe eines am Platz befindlichen Artikels und durch die anschließende Auswahl "Lagerplätze" dort ebenso die Funktion Zwischenlagerungen genutzt werden. Hierbei zeigt diese eine Liste aller zwischengelagerten Transportmittel mit dem gescannten Artikel.
w333 - BestandsKontrolle (lvsbestand)
In der Bestandskontrolle wird der Mitarbeiter beim Scannen des Lagerplatzes auf eine vorhandene Zwischenlagerung hingewiesen.
Scannt der Mitarbeiter einen Artikel auf dem zwischengelagerten Transportmittel so wird eine Detailanzeige zu der Zwischenlagerung aufgerufen.
Diese gibt Auskunft über das Transportmittel, die zugehörige Lieferscheinnummer, den Lagerplatz und den Artikel.